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05. Dezember 2017

Digitalisierung: Was bedeutet dies für die Logistik?

Digitalisierung ist in aller Munde und gilt als einer der dominierenden Megatrends unserer Zeit. Welche Auswirkungen die Digitalisierung auf die Logistikbranche hat und welche Chancen sich damit eröffnen, beleuchtete das 7. cluster-forum des Logistikclusters Region Basel.

 

Für die Logistikbranche ist die Digitalisierung ein zentrales Thema und eröffnet neue Chancen. Die digitale Vernetzung entlang der Wertschöpfungskette birgt für die Logistikbranche grosses wirtschaftliches Potential. Dieses reicht von Produktivitätssteigerungen über Innovationen bei Dienstleistungen bis hin zu neuen Geschäftsmodellen. Martin Dätwyler, stv. Direktor der Handelskammer und Vorsitzende im Ausschuss des Logistikcluster Basel: „Dafür müssen aber die politischen Rahmenbedingungen stimmen.“

 

Wie sich die Digitalisierung auf die Logistik konkret auswirken könnte, zeigte Dr. Simon Jäggi, Leiter Wachstum und Wettbewerbspolitik Staatssekretariat für Wirtschaft SECO, in seinem Referat. Anhand von Beispielen - wie etwa der motorisierte Verkehr - zeigte er die Bedeutung der Digitalisierung für die Logistik auf. Unter dem Stichwort «Autonomes Fahren» könne sowohl der öffentliche Personennahverkehr, als auch der Gütertransport auf Schiene und Strasse revolutioniert werden, so Jäggi. Auch im Luftverkehr könnte es zu Veränderungen kommen, wenn Drohnen für den Warentransport eingesetzt würden. Jäggi machte klar, dass das Thema Digitalisierung in Bundesbern einen hohen Stellenwert hat und klare Ziele dafür definiert sind: Man möchte die Innovation im Land fördern und damit die Wertschöpfung steigern.  

 

Publikum aktiv dabei

Dr. Paul Wittenbrink, Projektleiter des Logistikclusters Region Basel,  forderte die Podiumsteilnehmer auf, Thesen zu formulieren, die sich auf die von ihnen vertretene Branche stützen. Ob die Thesen Zuspruch beim Publikum finden, sollte mit Hilfe eines Abstimmungstools auf den Smartphones der Teilnehmenden herausgefunden werden. In Echtzeit hatten die Teilnehmen die Möglichkeit, ihr Votum mit «Ja» oder «Nein» abzugeben.

 

Eine dieser Thesen lautete etwa: «Digitalisierung ist der Auslöser von Disruption». Dr. Michael Eisenrauch von der Basler Kantonalbank, erklärte dazu, dass die vollständige Verdrängung einer bestehenden Technologie oder einer Dienstleistung infolge einer Innovation branchenunabhängig sei. Unter dem Aspekt der persönlichen Einstellung, also aktiver oder passiver Veränderung des Einzelnen, stimmten denn auch 80 Prozent dieser These zu.

 

Ebenfalls sehr hohe Zustimmung fand die Bemerkung von Marek Fausel, Direktor Ocean Freight Agility: «Wenn wir keinen kulturellen Wandel durchlaufen, wird die Logistik-Branche sterben.“ Er spitzte seine Ausführung sogar noch zu: «Die Spedition mit ihren traditionellen Aufgaben braucht ‹Nerds›», (Computerspezialisten im besten Sinne).

 

Das Publikum beteiligte sich rege und erteilte schliesslich der Behauptung von Daniel Bürgy, Leiter Vertrieb SBB Cargo, dass sich Transportkosten durch geeignete Massnahmen bis zu 30 Prozent reduzieren liessen,  durch ihr Votum eine klare Absage. Andrea Bätscher, Partnerin Corporate Tax Ernst & Young, wies darauf hin, dass in der Logistik-Branche, in der niedrige Margen vorherrschen, Gewinne nur noch von Unternehmen erzielt würden, die ihre Steuern im Griff haben.

 

Eine Befürchtung konnte widerlegt werden: «Wird mein Job in 30 Jahren von einem Roboter erledigt?» Über 80 Prozent der Teilnehmenden blicken heute zuversichtlich in die Zukunft und teilten diese Ansicht nicht.

 

 

   

 

     

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